
Stell dir vor, du läufst über puderweichen, weißen Sand, hinter dir die mächtigen Granitfelsen, die du von unzähligen Postkarten kennst, und vor dir leuchtet das Wasser in allen Türkis- und Blautönen. Genau das erwartet dich auf den Seychellen, einem Archipel mit 115 Inseln nordöstlich von Madagaskar. Die Hauptinsel Mahé mit der Hauptstadt Victoria ist dein Ausgangspunkt, von hier erreichst du per Fähre oder Kleinflugzeug die Schwesterinseln Praslin und La Digue. Dich erwarten tropischer Regenwald, seltene Tiere wie Riesenschildkröten und die einzigartige Coco de Mer, die größte Nuss der Welt. Die kreolische Kultur prägt das Inselleben: Du schmeckst sie im würzigen Fischcurry, hörst sie in der Musik und spürst sie in der entspannten Gelassenheit der Menschen. Ob du tauchen, schnorcheln, wandern oder einfach nur die Seele baumeln lassen willst – die Seychellen verbinden Naturerlebnis und Erholung auf besondere Weise. Hier reist du nicht für laute Action, sondern für unberührte Strände, klares Wasser und das Gefühl, ein kleines Stück Paradies gefunden zu haben.

Die Seychellen liegen nahe dem Äquator, deshalb ist es ganzjährig warm mit Temperaturen um die 27 bis 30 Grad. Statt klassischer Jahreszeiten bestimmen zwei Monsunwinde das Klima. Von Mai bis September weht der Südostmonsun: Es ist trockener, etwas frischer und windiger – ideal zum Wandern und Segeln, allerdings kann das Meer an manchen Küsten unruhiger sein. Von Dezember bis März bringt der Nordwestmonsun wärmere, feuchtere Luft und kurze, kräftige Regenschauer, dafür ruhigere See – gut zum Schnorcheln und Tauchen. Die Übergangsmonate April und Oktober gelten als besonders angenehm, weil dann wenig Wind weht und das Wasser klar ist. Komplett verregnete Wochen musst du selten befürchten, Schauer ziehen meist schnell durch. Für die meisten Reisenden ist die Zeit von April bis Mai sowie Oktober bis November ein guter Kompromiss aus Sonne, Ruhe und guten Tauchbedingungen.

Die Seychellen gelten als eher hochpreisiges Reiseziel, mit etwas Planung lässt sich aber sparen. Für eine einfache Gästehaus- oder Pensionsübernachtung zahlst du ca. 80 bis 150 Euro pro Nacht, mittlere Hotels liegen oft bei ca. 150 bis 300 Euro, Luxusresorts deutlich darüber. Selbstverpflegung in kleinen Guesthouses senkt die Kosten spürbar. Ein einfaches Essen in einem lokalen Lokal oder Take-away kostet ca. 8 bis 15 Euro, ein Restaurantgericht eher ca. 15 bis 30 Euro. Lebensmittel sind wegen vieler Importe vergleichsweise teuer. Ein Mietwagen schlägt mit ca. 45 bis 70 Euro pro Tag zu Buche, auf Mahé und Praslin ist er praktisch, auf La Digue bewegst du dich meist per Fahrrad. Fährüberfahrten zwischen den Inseln kosten je nach Strecke ca. 30 bis 60 Euro. Plane zudem ein Budget für Ausflüge, Schnorcheltouren und Nationalpark-Gebühren ein. Alle Angaben sind Richtwerte und können je nach Saison und Anbieter variieren.

Ein Höhepunkt jeder Reise ist der Strand Anse Source d'Argent auf La Digue, weltberühmt für seine geschwungenen Granitfelsen und das flache, klare Wasser. Auf Praslin solltest du das Vallée de Mai besuchen, ein UNESCO-Welterbe und Urwald, in dem die seltene Coco de Mer wächst und der seychellische Schwarze Papagei lebt. Wer das echte Robinson-Gefühl sucht, fährt zur traumhaften Anse Lazio, die regelmäßig zu den schönsten Stränden der Welt gezählt wird. Auf der Hauptinsel Mahé lohnt ein Bummel durch die kleine Hauptstadt Victoria mit dem markanten Clock Tower, dem bunten Markt und dem botanischen Garten. Naturliebhaber wandern im Morne Seychellois Nationalpark durch tropischen Regenwald mit Aussicht aufs Meer. Schnorchel- und Tauchausflüge führen dich rund um den Sainte Anne Marine Nationalpark oder die vorgelagerten Inseln, wo du Schildkröten, Rochen und bunte Korallenfische siehst. Auf der Insel Curieuse begegnest du frei lebenden Riesenschildkröten – ein unvergessliches Erlebnis.

Die Seychellen gliedern sich grob in die zentralen Granitinseln und die weiter entfernten Korallen- und Außeninseln. Für die meisten Reisenden sind drei Inseln zentral. Mahé ist die größte Insel und das Tor zum Archipel mit internationalem Flughafen, Hauptstadt Victoria, vielen Stränden wie Beau Vallon und dem bergigen Inland. Praslin gilt als zweite Drehscheibe: ruhiger, mit dem berühmten Vallée de Mai und Traumstränden wie Anse Lazio und Anse Georgette. La Digue ist die entspannteste der Hauptinseln – hier dominieren Fahrräder und Ochsenkarren, und die spektakulären Granitküsten machen sie zum Fotomotiv schlechthin. Dazu kommen kleinere Inseln wie Curieuse mit ihren Riesenschildkröten, Cousin als Vogelschutzreservat oder die exklusiven Privatinseln. Weit im Süden liegen die abgelegenen Außeninseln rund um das Aldabra-Atoll, ein UNESCO-Welterbe, das nur schwer und meist nur per Kreuzfahrt erreichbar ist. Für eine klassische Inselkombination eignen sich Mahé, Praslin und La Digue besonders gut, weil sie per Fähre verbunden sind.