Bremen – Hansecharme zwischen Märchen und Weser
Bremen wirkt, als hätte jemand norddeutsche Bodenständigkeit mit einer Prise Märchenzauber gemischt. Sobald du auf dem Marktplatz stehst, verstehst du den Reiz dieser Hansestadt: das gotische Rathaus mit seiner prachtvollen Renaissancefassade, der steinerne Roland, der seit Jahrhunderten über die Stadtfreiheit wacht, und natürlich die bronzenen Stadtmusikanten gleich um die Ecke. Reib ihnen die Vorderbeine, das bringt der Legende nach Glück. Bremen ist überschaubar und gemütlich, fast alles erreichst du zu Fuß. Vom Marktplatz schlenderst du in wenigen Minuten ins verwinkelte Schnoorviertel mit seinen schiefen Fachwerkhäuschen oder über die Böttcherstraße, ein Gesamtkunstwerk aus Backstein und Jugendstil. Die Weser gibt der Stadt ihren Rhythmus: An der Schlachte, der historischen Uferpromenade, reihen sich Lokale und Schiffsanleger aneinander. Bremen verbindet maritime Geschichte mit jungem, studentischem Leben, besonders im quirligen Viertel rund ums Ostertor. Hier ist nichts hektisch, alles hat Maß und Form. Du brauchst kein Wochenende voller Hetze, sondern findest in Bremen genau die richtige Mischung aus Kultur, Kaffeehaus und Kanaltour.
Deinen Rundgang startest du am besten auf dem Marktplatz. Das Bremer Rathaus und der Roland gehören gemeinsam zum UNESCO-Welterbe und sind echte Wahrzeichen der Stadt. Direkt an der Westseite des Rathauses stehen die berühmten Bremer Stadtmusikanten, das beliebteste Fotomotiv der Stadt. Nur ein paar Schritte weiter führt dich die Böttcherstraße, ein eindrucksvolles Backstein-Ensemble mit Kunst, Handwerk und dem Glockenspiel aus Meißner Porzellan. Anschließend verläufst du dich am besten bewusst im Schnoor, dem ältesten Viertel Bremens, wo enge Gassen, kleine Galerien und Cafés zum Bummeln einladen. Der gotische St.-Petri-Dom dominiert mit seinen beiden Türmen die Silhouette und lohnt den Aufstieg für den Blick über die Altstadt. Familien zieht es ins Universum Bremen, ein interaktives Science Center. Wer mehr über die Auswanderungsgeschichte erfahren will, fährt nach Bremerhaven ins Deutsche Auswandererhaus. Zum Abschluss bummelst du entlang der Schlachte am Weserufer.
Bremen liegt im norddeutschen Tiefland und hat ein gemäßigtes, vom Meer beeinflusstes Klima. Das bedeutet milde Sommer, eher milde Winter und Regen, der über das ganze Jahr verteilt fällt. Ein Regenschirm gehört also immer ins Gepäck. Am angenehmsten für einen Städtetrip sind die Monate von Mai bis September, wenn es mild ist und du die Schlachte, die Wallanlagen und die Außengastronomie auskosten kannst. Der Sommer eignet sich besonders gut für einen Bummel am Weserufer und Ausflüge ins Umland. Im Dezember verwandelt sich die Altstadt in eine stimmungsvolle Kulisse: Der Bremer Weihnachtsmarkt rund um den Marktplatz und der maritime Schlachte-Zauber sind ein echtes Erlebnis. Für entspanntes Sightseeing ohne große Menschenmengen eignen sich die Übergangsmonate April und Oktober.
Kulinarisch ist Bremen herzhaft und norddeutsch. Probier unbedingt Kohl und Pinkel, das deftige Winteressen aus Grünkohl mit würziger Grützwurst, oder Bremer Knipp zum Frühstück. Süß wird es mit echtem Bremer Klaben, einem buttrigen Früchtebrot, und der Kaffee hat hier dank der langen Handelstradition einen besonderen Stellenwert. Zum Anstoßen gehört das Beck's, das wohl bekannteste Bier der Stadt. Das pulsierende Ausgehviertel ist das Ostertor, von allen nur das Viertel genannt: Hier reihen sich Kneipen, Cafés, kleine Restaurants und Bars rund um die Sielwall-Kreuzung. Internationale Küche sowie vegetarische und vegane Lokale findest du hier genauso wie urige Eckkneipen. Für laue Abende ist die Schlachte am Weserufer ideal, mit Biergärten und Restaurants direkt am Wasser. Den Tag startest du am besten in einem der vielen gemütlichen Cafés im Schnoor.
Bremen ist gut erreichbar. Der Flughafen Bremen liegt nur rund vier Kilometer südlich der Innenstadt und ist mit der Straßenbahnlinie 6 in etwa einer Viertelstunde direkt mit dem Hauptbahnhof und dem Zentrum verbunden, eine der kürzesten Flughafenanbindungen Deutschlands. Mit der Bahn erreichst du Bremen bequem über die ICE- und IC-Strecken, der Hauptbahnhof liegt zentral am Rand der Altstadt. Vor Ort bringt dich die BSAG mit einem dichten Netz aus Straßenbahnen und Bussen überall hin. Die Altstadt selbst erkundest du am besten zu Fuß, denn Marktplatz, Schnoor, Böttcherstraße und Schlachte liegen alle nah beieinander. Bremen ist außerdem eine ausgesprochene Fahrradstadt mit gut ausgebauten Radwegen und flachem Gelände, sodass du Stadt und Weserufer ganz entspannt mit dem Rad erkunden kannst.