Kairo – Millionenmetropole zwischen Pyramiden und Niloase
Kairo ist laut, lebendig und überwältigend, und genau das macht den Reiz dieser Stadt aus. Als Hauptstadt Ägyptens und größte Metropole der arabischen Welt bringt sie über 5000 Jahre Geschichte mit dem Alltag von Millionen Menschen zusammen. Hier reihen sich Minarette, Kirchtürme und moderne Hochhäuser aneinander, während der Nil ruhig durchs Häusermeer fließt. Im Westen, am Stadtrand von Gizeh, ragen die Pyramiden in den Himmel, ein Anblick, der dich auch beim zehnten Mal noch sprachlos macht. In der Altstadt verlierst du dich schnell zwischen Gewürzständen, Teehäusern und dem Stimmengewirr des Basars Khan el-Khalili. Du riechst Kardamom und frisch gebackenes Fladenbrot, hörst Hupkonzerte und den Ruf des Muezzins. Kairo fordert dich heraus, belohnt dich dafür aber mit Eindrücken, die du sonst nirgendwo bekommst: ägyptische Schätze im Museum, koptische Kirchen, mittelalterliche Moscheen und ein Nachtleben, das erst spät richtig wach wird. Plan dir Zeit ein, lass dich treiben und nimm das Chaos einfach als Teil des Abenteuers. Wer sich auf die Stadt einlässt, erlebt eine der faszinierendsten Metropolen der Welt, intensiv, herzlich und unvergesslich.
Das absolute Highlight sind die Pyramiden von Gizeh mit der berühmten Sphinx, das einzige noch erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Sie liegen am westlichen Stadtrand und lassen sich gut in einem Halbtagesausflug erkunden. Im neuen Grand Egyptian Museum nahe der Pyramiden bestaunst du tausende Originalfunde, darunter Schätze aus dem Grab des Tutanchamun. Auch das traditionsreiche Ägyptische Museum am Tahrir-Platz lohnt sich, wenn du auf die Pharaonenzeit stehst. In der historischen Altstadt erhebt sich die mächtige Zitadelle von Saladin mit der eindrucksvollen Alabastermoschee. Gleich nebenan verlierst du dich im quirligen Basar Khan el-Khalili, wo es Schmuck, Gewürze und Souvenirs gibt. Wer es ruhiger mag, besucht das koptische Viertel mit der Hängenden Kirche und der ältesten christlichen Geschichte des Landes. Für den Überblick lohnt ein Spaziergang am Nil oder eine Fahrt mit einer traditionellen Feluke bei Sonnenuntergang. Und wenn du Zeit hast, hängst du noch einen Ausflug nach Sakkara mit der Stufenpyramide des Djoser dran.
Kairo hat ein heißes Wüstenklima mit milden Wintern und sehr heißen Sommern. Am angenehmsten reist du zwischen Oktober und April. In diesen Monaten liegen die Temperaturen tagsüber meist bei angenehmen 20 bis 27 Grad, abends kühlt es spürbar ab, eine leichte Jacke ist dann sinnvoll. Frühling und Herbst sind ideal, um die Sehenswürdigkeiten ohne große Hitze abzulaufen. Im Hochsommer von Juni bis August klettert das Thermometer regelmäßig über 35 Grad, was Besichtigungen am offenen Pyramidengelände ganz schön anstrengend macht. Regen fällt das ganze Jahr über kaum. Im Frühjahr kann der heiße Wüstenwind Chamsin für Sand in der Luft sorgen. Wer dem größten Andrang entgehen will, reist am besten in den Übergangsmonaten.
Die ägyptische Küche ist deftig, würzig und überraschend günstig. Probier unbedingt Koshari, das Nationalgericht aus Reis, Linsen, Nudeln und Kichererbsen mit knusprigen Röstzwiebeln und Tomatensoße. Beliebt sind außerdem Ful Medames (gestampfte Bohnen) und Taamiya, die ägyptische Variante der Falafel. Für die süße Seite sorgen Baklava und das Milchdessert Umm Ali. Getrunken wird gern frisch gepresster Saft, süßer Tee oder aromatischer Karkade-Tee aus Hibiskus. In den unzähligen Ahwas, den traditionellen Kaffeehäusern, kannst du beim Beobachten des Straßentreibens eine Wasserpfeife rauchen. Zum Ausgehen ist die Niliinsel Zamalek mit Cafés, Restaurants und Galerien ein gutes Pflaster. Auch im modernen Viertel Maadi und entlang des Nils findest du Lokale für jeden Geschmack. Behalte im Kopf, dass Alkohol nur in ausgewählten Hotels und Bars ausgeschenkt wird.
Die Anreise läuft in der Regel über den internationalen Flughafen Kairo (CAI) im Nordosten der Stadt, der von vielen europäischen Städten direkt angeflogen wird. Vom Flughafen kommst du am bequemsten mit einem vorbestellten Transfer oder einer App wie Uber ins Zentrum. In der Stadt selbst ist die Metro das günstigste und schnellste Verkehrsmittel, sie umgeht den oft chaotischen Straßenverkehr und verbindet die wichtigen Punkte. Einzelne Wagen sind für Frauen reserviert. Taxis gibt es reichlich; handle den Preis vorher aus oder nutze Fahrdienst-Apps, die den Preis fest anzeigen. Der dichte Verkehr und das Überqueren der Straßen können anfangs überfordern, also bleib geduldig. Viele Sehenswürdigkeiten in der Altstadt erkundest du am besten zu Fuß. Vom Radfahren im Stadtverkehr ist wegen des dichten Verkehrs eher abzuraten.