
Kaum eine Stadt erzählt so viele Geschichten wie Rom. Du läufst über Pflasterstraßen, an denen schon vor zweitausend Jahren römische Legionäre vorbeizogen, biegst um eine Ecke und stehst plötzlich vor einem barocken Brunnen, der ganz selbstverständlich zwischen Wohnhäusern sprudelt. Hier verschmelzen die Epochen: das Kolosseum und das Forum Romanum erzählen vom Imperium, der Petersdom und der Vatikan von der Macht der Kirche, die quirligen Trattorien von der Lebensfreude der Römer. Rom ist kein Freilichtmuseum, sondern eine lebendige Hauptstadt mit fast drei Millionen Einwohnern, in der Vespas durch enge Gassen knattern und der Espresso im Stehen an der Bar getrunken wird. Du kannst dich morgens durch antike Ruinen treiben lassen, mittags in Trastevere eine Pasta genießen und abends auf der Spanischen Treppe den Sonnenuntergang erleben. Egal ob du zum ersten Mal kommst oder zum zehnten Mal: Rom überrascht immer wieder. Plan ruhig genug Zeit ein, lass dich verlaufen und nimm dir vor, beim nächsten Besuch wiederzukommen – denn alles auf einmal schaffst du ohnehin nicht.

Das Kolosseum ist das Wahrzeichen schlechthin – das größte Amphitheater der Antike, in dem einst Gladiatorenkämpfe Zehntausende anlockten. Gleich nebenan erstreckt sich das Forum Romanum, das Herz des antiken Rom, und der Palatinhügel, einer der sieben legendären Hügel. Im Vatikan erwarten dich der gewaltige Petersdom und die Vatikanischen Museen mit der weltberühmten Sixtinischen Kapelle und Michelangelos Deckenfresko. Das Pantheon beeindruckt mit seiner perfekt erhaltenen Kuppel und dem offenen Oculus. Wirf eine Münze in den Trevi-Brunnen, der Legende nach kehrst du dann nach Rom zurück. Steig die Spanische Treppe hinauf, schlendere über die elegante Piazza Navona mit ihren Brunnen von Bernini und genieße den Ausblick von der Engelsburg. Auch ein Spaziergang durch das malerische Viertel Trastevere und ein Besuch der Borghese-Galerie lohnen sich. Tickets für Kolosseum und Vatikan solltest du online vorbuchen, um lange Warteschlangen zu vermeiden.

Die angenehmsten Monate für Rom sind das Frühjahr von April bis Juni und der Herbst von September bis Oktober. Dann sind die Temperaturen mild, die Tage lang und die Stadt zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Der Hochsommer im Juli und August kann mit über 30 Grad sehr heiß und schwül werden – viele Römer verlassen dann selbst die Stadt. Trotzdem bleibt Rom auch im Sommer voller Touristen. Der Winter ist mild, aber regnerischer; dafür sind die Sehenswürdigkeiten ruhiger und die Preise niedriger. Wer Menschenmassen meiden möchte, reist am besten unter der Woche und außerhalb der Schulferien. Bedenke auch kirchliche Großereignisse wie Ostern, an denen rund um den Vatikan besonders viel los ist.

Die römische Küche ist herzhaft und bodenständig. Probier unbedingt die klassischen Pasta-Gerichte Cacio e Pepe, Carbonara, Amatriciana und Gricia – jede mit ihrem eigenen Charakter. Als Vorspeise lohnen sich knusprige Supplì, frittierte Reisbällchen mit Mozzarella, oder Carciofi alla romana, geschmorte Artischocken. Zum Abschluss gehört ein Espresso oder eine echte italienische Gelateria-Eiskugel dazu. Die besten Trattorien findest du im Viertel Testaccio, dem traditionellen Schlachthofviertel und Geburtsort vieler Klassiker. In Trastevere reiht sich am Abend ein Lokal ans nächste, hier pulsiert das Nachtleben mit Weinbars und Pizzerien. Auch das studentische San Lorenzo und das Viertel Monti rund um das Kolosseum sind beliebt zum Ausgehen. Tipp: Iss dort, wo die Einheimischen sitzen, und meide Lokale mit Speisekarten in fünf Sprachen direkt an den Hauptattraktionen.

Rom hat zwei Flughäfen: den großen Fiumicino (Leonardo da Vinci) westlich der Stadt und den kleineren Ciampino, der vor allem von Billigfliegern angeflogen wird. Vom Fiumicino bringt dich der Leonardo Express in rund 30 Minuten direkt zum Hauptbahnhof Termini. In der Stadt fährst du am bequemsten mit der Metro, die drei Linien (A, B, C) umfasst, sowie mit Bussen und Straßenbahnen. Ein einzelnes Ticket gilt 100 Minuten, praktisch sind Tages- oder Mehrtageskarten. Das historische Zentrum erkundest du am besten zu Fuß, denn viele Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Vom Auto raten wir ab: Der Verkehr ist chaotisch und große Teile der Innenstadt sind verkehrsberuhigte Zonen (ZTL). Bequeme Schuhe sind wegen des Kopfsteinpflasters Pflicht.