Bukarest – die quirlige Metropole an der Dâmbovița
Bukarest überrascht dich vom ersten Moment an. Die rumänische Hauptstadt mischt prachtvolle Boulevards mit zerfallenem Charme, sozialistische Monumentalbauten mit hippen Cafés und stillen Innenhöfen. Einst trug die Stadt den Beinamen Klein-Paris, und tatsächlich findest du elegante Belle-Époque-Villen gleich neben den gewaltigen Betonkulissen aus der Ceaușescu-Zeit. Dazwischen pulsiert ein junges, lebendiges Leben: In der Altstadt, dem Lipscani-Viertel, reiht sich Bar an Restaurant, während Studenten und Kreative den Vierteln neue Energie geben. Du spürst hier eine Stadt im Wandel, die ihre wechselvolle Geschichte nicht versteckt, sondern offen zur Schau trägt. Spazierst du durch grüne Parks wie den Herăstrău oder den Cișmigiu, fühlt sich der Trubel plötzlich weit weg an. Bukarest ist nicht glatt poliert, und genau das macht den Reiz aus. Die Stadt ist günstig, unkompliziert und gastfreundlich, das Essen herzhaft, die Nächte lang. Wer sich auf das Tempo und die Gegensätze einlässt, erlebt eine der spannendsten und am meisten unterschätzten Hauptstädte Europas. Pack die Neugier ein und entdecke ein Reiseziel, das dich garantiert nicht kaltlässt.
Das wohl bekannteste Wahrzeichen ist der Parlamentspalast, eines der größten Verwaltungsgebäude der Welt und ein gigantisches Erbe der Ceaușescu-Ära. Eine geführte Tour durch die opulenten Säle lohnt sich. Vom Palast führt der breite Bulevardul Unirii Richtung Zentrum. In der Altstadt rund um Lipscani erkundest du verwinkelte Gassen, den prächtigen Buchladen Cărturești Carusel und die kleine, reich verzierte Stavropoleos-Kirche. Sehenswert ist auch der Athenäum-Konzertsaal mit seiner markanten Kuppel sowie der nahe Revolutionsplatz. Wer die Geschichte vertiefen will, besucht das Dorfmuseum am Herăstrău-See, das ländliche Bauten aus ganz Rumänien unter freiem Himmel zeigt. Für Atmosphäre sorgt auch das Rumänische Bauernmuseum oder ein Bummel über die Calea Victoriei, die prachtvolle Hauptstraße der Stadt. Ebenso ist der Triumphbogen nach Pariser Vorbild einen Abstecher wert. Zwischendurch lohnt eine Pause im weitläufigen Cișmigiu-Park, der ältesten Grünanlage der Stadt.
Bukarest liegt in einer Region mit kontinentalem Klima, das heißt heiße Sommer und kalte Winter. Die angenehmsten Monate für einen Städtetrip sind das späte Frühjahr von April bis Juni sowie der Frühherbst im September und Oktober. Dann sind die Temperaturen mild, die Parks blühen oder leuchten in Herbstfarben, und du kannst entspannt durch die Stadt streifen. Im Hochsommer wird es in der Stadt oft sehr heiß und schwül, viele Einheimische zieht es dann hinaus aufs Land oder ans Meer. Der Winter ist kalt, gelegentlich liegt Schnee, dafür locken Weihnachtsmärkte und eine gemütliche Café-Atmosphäre. Wer Menschenmassen meiden und gutes Wetter genießen möchte, fährt am besten in der Nebensaison im Frühling oder Herbst.
Die rumänische Küche ist herzhaft und bodenständig. Probiere unbedingt Sarmale, mit Hackfleisch und Reis gefüllte Kohl- oder Weinblätter, dazu Mămăligă, einen Maisbrei ähnlich der Polenta. Beliebt sind auch Mici, würzige gegrillte Hackfleischröllchen, die du an vielen Imbissen und in Bierlokalen bekommst. Als Vorspeise lohnt sich Ciorbă, eine säuerliche Suppe in vielen Varianten. Zum Nachtisch gibt es Papanași, frittierte Teigkringel mit Sauerrahm und Marmelade. Getrunken wird Țuică, ein kräftiger Pflaumenschnaps, oder einer der überraschend guten rumänischen Weine. Das Ausgehviertel schlechthin ist die Altstadt Lipscani mit dichter Bar- und Restaurantszene. Entspannter und hipper geht es im Viertel rund um die Strada Arthur Verona oder in den Lokalen nahe der Calea Victoriei zu. Die Preise sind im europäischen Vergleich angenehm niedrig, sodass du gut und günstig schlemmen kannst.
Die meisten Reisenden kommen über den internationalen Flughafen Henri Coandă in Otopeni nördlich der Stadt an. Von dort fährst du günstig mit der Express-Buslinie oder dem Zug ins Zentrum, alternativ per Taxi oder Fahrdienst-App. In der Stadt selbst bringt dich die Metro schnell und zuverlässig zu den wichtigsten Punkten, sie gilt als das praktischste Verkehrsmittel. Ergänzt wird das Netz durch Busse, Trolleybusse und Straßenbahnen. Tickets kaufst du an Automaten oder mit kontaktloser Karte. Das historische Zentrum und viele Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich gut zu Fuß erkunden. Für längere Strecken sind Leihräder und E-Scooter verfügbar. Vom eigenen Auto raten viele ab, denn der Verkehr ist dicht und Parkplätze sind im Zentrum knapp. Mit Metro und einer guten App kommst du am entspanntesten voran.